Eine EU-Richtlinie stoppt den Immobilienboom

In Zukunft wird es schwieriger, einen Immobilienkredit zu bekommen – Grund dafür ist eine neue EU-Richtlinie. Diese soll verhindern, dass sich solche Immobilienblasen bilden können, wie sie vor einigen Jahren die US-Wirtschaft erschütterten. Daher sollen Häuslebauer fortan weitreichende Sicherheiten vorweisen, wenn sie einen Immobilienkredit erhalten möchten.

Ein entscheidendes Kriterium dafür, um einen Kredit zu erhalten, war bisher der Verkaufswert der Immobilie. Dadurch stellten die Banken sicher, dass sie im Falle einer Zahlungsunfähigkeit das Haus verkaufen können, um den gewährten Kredit wieder herauszuholen. Tritt die Richtlinie in Kraft, ändert sich das allerdings. Dann müssen Kreditnehmer entweder ein entsprechendes Eigenkapital vorweisen oder ihre Bonität durch ein hohes Gehalt sicherstellen – der potentielle Verkaufswert der Immobilie spielt dagegen eine untergeordnete Rolle.

Die Neuregelung betrifft vor allem die mittleren Einkommensschichten und Rentner – sie können in der Regel nicht das geforderte Vermögen bzw. die geforderten Gehälter vorweisen, die fortan für einen Kredit verlangt werden. Dadurch verwehrt die Richtlinie vielen potentiellen Hausbauern die Möglichkeit, eine Immobilie zu finanzieren. Ärgerlich ist dies besonders für Menschen, die sich durch die Niedrigzinsphase erstmals ein Eigenheim leisten konnten – ihnen bleibt diese Möglichkeit bis auf weiteres verwehrt. Sie können lediglich auf Kredite zurückgreifen, die an keinen bestimmten Zweck gebunden sind. Über die Seiten der Norisbank können Kunden einen Kredit in Anspruch nehmen und die aktuell niedrigen Zinsen ausnutzen – darüber hinaus können sie ebenfalls aktuelle Konditionen einsehen und mithilfe eines Kreditrechners die eigenen Möglichkeiten ausloten.

Gegen die Richtlinie regt sich allerdings allmählich Widerstand. Nach Ansicht einiger Finanzexperten ist der Immobilienboom in Deutschland nicht durch Spekulationen getrieben, sondern hat handfeste Gründe. Im europäischen Vergleich ist die Quote der Hausbesitzer hierzulande wesentlich geringer als beispielsweise in Spanien oder Italien. Viele Bauherren nutzen die Gunst der niedrigen Zinsen und können so leichter ihr Bauvorhaben finanzieren. Dabei handle es sich laut Experten lediglich um eine Angleichung und keine Entwicklung, die zu einer Immobilienblase führe. Es bleibt abzuwarten, ob der Widerstand dazu führt, dass die EU ihre Immobilienrichtlinie überdenkt.

Wer mit dem Gedanken spielt, ein eigenes Haus zu bauen, sollte einige Dinge beachten. Konditionen sowie Anbieter sollten gründlich verglichen werden. Damit ein Vergleich überhaupt möglich ist, müssen die Banken die angebotenen Kredite mit der gleichen Datenbasis berechnen. Interessierte sollten daher ungeachtet der Konditionen immer die gleiche Darlehenssumme, das verfügbare Eigenkapital und die gewünschte Laufzeit angeben, andernfalls sind die Angebote an die jeweiligen Angaben angepasst und nicht miteinander vergleichbar. Besonders sollte dabei darauf geachtet werden, dass der jeweilige Kredit Sondertilgungen zulässt. Dabei handelt es sich um außerplanmäßige Zahlungen, die der Kreditnehmer tätigen kann, um die Darlehenssumme schneller abzubezahlen. Einige Kreditinstitute lassen solche Zahlungen nur gegen eine Gebühr zu oder gestatten den Kreditnehmern lediglich eine kleine Sondertilgungssumme pro Jahr.


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