Geschichte der Stadt Guben Teil 2

An verschiedenen Fürstenhöfen war Gubener Wein ein gefragtes Tafelgetränk, so am Hofe der brandenburgischen Kurfürsten und der Herzöge von Mecklenburg. Auch die Ratsherren zu Lübeck und Rostock genossen im 14. Jahrhundert nachweislich “vinum Gubinense”, ja sogar Stockholmer Ratsrechnungen geben seit 1460 Nachricht über den Kauf von Wein aus Guben. Erst Mitte des vorigen Jahrhunderts kommt der Gubener Weinbau zum Erliegen, vor allem infolge der Revolutionierung der Verkehrsverhältnisse durch die Eisenbahn und somit der Herausbildung günstiger Bedingungen für den Transport besserer süddeutscher und ausländischer Weine nach dem Norden. Der recht herbe und sicher teurere Wein aus Guben war nicht mehr konkurrenzfähig. Die Gubener Winzer – noch im vorigen Jahrhundert kein seltener Beruf in der Stadt – verlegten sich auf den Obstbau oder gingen möglicherweise in der aufstrebenden Tuch- und Hutindustrie ihrem Broterwerb nach.

Die fruchtbare Neißeniederung und die eiszeitlichen Talsandterrassen boten den Menschen bereits vor über 10.000 Jahren Siedlungsraum und Nahrung. Bodenfunde beweisen eine Siedlungskontinuität im Gubener Raum von der jüngeren Altsteinzeit, der Bronze-, germanischen Eisen- und römischen Kaiserzeit bis in die Zeit der slawischen Besiedlung. Im 12. Jahrhundert drangen im Zuge der deutschen Ostexpansion deutsche Siedler, das heißt Bauern, Handwerker und Händler, in das seit dem 6. Jahrhundert slawische Gebiet vor.

Guben zählt zu den ältesten Städten der Niederlausitz. Der Name lässt sich vom altslawischen guba = Mündung eines Gewässers ableiten und bezieht sich wohl auf die Mündung des Flüsschens Lubst in die Neiße, in deren unmittelbarer Nähe die Ansiedlung entstand.

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