Geschichte der Stadt Guben Teil 5

Im Jahre 1878 nahm das Naemi-Wilke-Stift erstmals erkrankte Kinder auf. Oft trug Friedrich Wilke die Behandlungs- und Aufenthaltskosten für Kinder, die aus sozial schwachen Verhältnissen kamen, selbst. Wilke ist ebenso der Stifter der 1903 eingeweihten neoromanischen evangelisch-lutherischen Kirche in der Berliner Straße/Ecke Straupitzstraße, einem Werk der Berliner Architekten Spalding und Grenander. Letzterer, Alfred Grenander, lieferte unter anderem Entwürfe für Gebäude der Berliner Hoch- und Untergrundbahn.

Mit der Hutfabrik Wilke, der 1888 gebildeten Berlin-Gubener Hutfabrik AG, dazu sechs weiteren Großbetrieben der Branche sowie einer Reihe kleinerer Unternehmen war Guben bis 1945 wohl zu Recht der bedeutendste Standort der deutschen Hutindustrie. Noch bis in die 50er Jahre hinein war die Hutindustrie der wichtigste Industriezweig der Stadt. Erst ab 1960/64 wurde ihr durch den Aufbau des damaligen VEB Chemiefaserkombinat der Rang abgelaufen.

Im ganzen 19. Jahrhundert gab es in Guben neben der Hut- und Tuchindustrie vielfältige gewerbliche Unternehmen und Einzelhandwerke. Bedeutsam für den Absatz industrieller Produkte wurde der Anschluss der Stadt an die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn im Jahre 1846 an die Strecke Berlin-Frankfurt/Oder-Breslau. Seit 1848 begann am östlichen Stadtrand der Abbau von Braunkohle, die in der örtlichen Industrie verwendet wurde. Zeitweilig bestanden sieben Gruben, deren letzte 1927 geschlossen wurde.

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