Die Kirche zu Groß Breesen

Die Kirche zu Groß Breesen

Die Kirche zu Groß Breesen
Die Kirche zu Groß Breesen

Offene Kirche: Schlüssel im benachbarten Pfarrhaus bei Fr. Melchert

Die Geschichte der Kirche zu Groß Breesen reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Die Kirche, denkmalgeschützt wie wir sie heute sehen, ist das Resultat einer 1852 einsetzenden Bautätigkeit. Zunächst musste das baufällig gewordene Kirchenschiff, ein mittelalterlicher Fachwerkbau, abgerissen werden. Nach christlicher Tradition erbauten die Handwerker auf den mittelalterlichen Fundamenten die neue Kirche wiederum in exakter Ost-West-Ausrichtung. Dreißig Jahre später trug man den alten hölzernen Kirchturm ab und ersetzte ihn durch einen neuen, massiven Turm. Die hohen romanischen Rundbogenfenster wurden gewählt, damit die auf den ursprünglich doppelgeschossigen Emporen sitzenden Gläubigen ausreichend Licht hatten. 1883 entstanden außerdem die beiden flankierenden Treppentürme sowie die Süd-Vorhalle.

Kirche und Gemeinde zu Groß Breesen haben wechselvolle Zeiten durchlebt. Besonders im II. Weltkrieg ist die Kirche stark in Mitleidenschaft gezogen worden. In der Nachkriegszeit konnte die Gemeinde die Mängel nur notdürftig beheben. Doch nicht nur die Groß Breesener Kirchengemeinde, sondern ebenso staatliche Stellen drängten auf die Erhaltung der Kirche und nahmen den Bau 1984 in die Kreisdenkmalliste auf. Bis 1989 erfolgten umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten.

Der Groß Breesener Glockenturm hat in den rund 120 Jahren seines Bestehens schon das dritte Geläut. In beiden Weltkriegen dienten die Glocken der Rüstungsproduktion. Seit 1960 nun verfügt die Kirche über ein Dreiergeläut mit den Tönen g‘ – h‘ – d“. Am 28. September 2003 weihte die Gemeinde eine elektrische Läuteanlage ein. Die Orgel von 1820 stammt von Orgelbaumeister J.G. Gast in Fürstenberg/Oder. Sie wurde 1994 nach desolatem Zustand wieder in Gang gesetzt.

Die Kirche zu Groß Breesen
Die Kirche zu Groß Breesen

Nicht so sehr historisches, eher menschliches Interesse dürfte die Geschichte des Kronleuchters finden. Dass zu den Festgottesdiensten zwölf Kerzen auf dem kunstvoll geschmiedeten Leuchter erstrahlen, verdankt die Gemeinde einem traurigen Ereignis am ersten Christtag 1723. Die hochschwangere Frau Helene Eleonore von Beerfeld, deren Familie den gleichnamigen Gutsanteil von Groß Breesen besaß, war während der Christnachtspredigt erkrankt und verstarb am 25. Dezember während der Kindgeburt. Ihre hochbetrübte Mutter Eva Helene, verwitwete Freiherrin Schenk von Landberg, stiftete die in Nürnberg aus Messing gefertigte Leuchterkrone. An der Spitze des Kronleuchters ist das Wappen der Schenk-Beerfeldschen Familie zu sehen, auf der großen Kugel berichtet der eingravierte Text über die Begebenheit.

Ulrich Stephan/Karin Baum/Gudrun Seifert/Renate Kulick-Aldag

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