Das Gubener Apfelfest

Das Gubener Apfelfest
Das Gubener Apfelfest

Guben war in der ersten Hälfte den 20. Jahrhunderts als Blüten und Gartenstadt bekannt. Schon 1909 fuhr der erste Sonderzug aus Berlin zum Baumblütenfest in die Neißestadt und die Ausflügler bevölkerten die mehr als hundert Gartenlokale in den ehemaligen Weinbergen. Vom 1908 erbauten Bismarkturm bot sich den Gästen der Stadt ein paradiesischer Ausblick, über grünende Landschaften, durchzogen mit dem leuchtenden Weiß der Apfelblüten.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Stadt in das deutsche Guben und das polnische Gubin geteilt. Die ehemaligen Ausflugslokalitäten waren stark zerstört. So war die Fremdenverkehrsentwicklung der Stadt gestoppt, wenn gleich gärtnerische Traditionen weiter gepflegt wurden. In den 44 Kleingartenanlagen mit ca. 2000 Parzellen wurden weiter die einheimischen Obst und Gemüsesorten angebaut, die speziellen Züchtungen wie die Apfelsorte „Warraschke“, die Pflaumenart „Spilling“ und ähnliches geerntet. Die Gartenfeste waren sehr beliebt, hatten aber nicht die Popularität der einstigen Baumblütenfeste.

Der 1991 gegründete Fremdenverkehrsverein „Neißeland Guben“ e.V. suchte nach Wegen, alte Traditionen wieder neu aufleben zu lassen. So wurde 1995 das erste „Gubener Appelfest“ gefeiert. In den letzten Jahren wuchs die Besucherzahl des Festes enorm und schon dieses Jahr soll auch wieder ein Sonderzug einfahren.

Die Höhepunkte des Festes, welches traditionell Anfang September stattfindet, sind die Wahl der neuen Apfelkönigin und die Verleihung des „Goldenen Apfels“. Alle jungen Frauen und Mädchen der Stadt und Umgebung die sich zutrauen ihre Stadt auf Messen und Veranstaltungen zu präsentieren, sind aufgerufen sich zur Wahl zu stellen. Auf dem „Appelfest“ zeigen alle Kandidatinnen ihr Redetalent und stellen ihr Wissen zur Geschichte der Stadt unter Beweis. Welche der „Prinzessinnen“ letztendlich zur „Apfelkönigin“ gekrönt wird, entscheidet das Publikum.

Gubens Krone ein Jahr lang erhobenen Hauptes zu tragen, bringt jedoch Verantwortung mit sich. Von der „Adeligen“ auf Zeit wird sowohl ein kreatives Mitwirken am Zeitgeschehen der Stadt, als auch eine gute Präsentation der Stadt bei den verschiedensten Veranstaltungen verlangt. Auf Initiative der 4. Apfelkönigin Ines Mohs, wird zum Beispiel seit Herbst 1999 für jedes neugeborene Kind der Stadt ein Apfelbäumchen gepflanzt.

Diese Höhepunkte werden durch ein buntes kulturelles Programm, vorrangig von einheimischen Künstlern umrahmt. Außerdem gibt es einen großen Appelmarkt, wo es außer den leckeren Früchten Apfelsaft und –wein, Apfelkuchen und vieles andere aus, mit oder in Form von Äpfeln angeboten wird.

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