Guben ist seit jeher wie geschaffen für die Fortbewegung auf dem Fahrrad oder E-Bike. Fünf Tourenwege in der Stadt und Region sind dafür sicher ausgebaut. Vor allem das Neißeufer führt Besucher auf zwei Rädern durch eine malerische Landschaft und viele historische Architekturen.

Radtour zur Alten Eisenbahnbrücke in Guben

Über das heutige Architekturdenkmal »Alte Eisenbahnbrücke« donnerte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs noch der »Fliegende Schlesier.« Ab 1846 war diese Brücke Teil der wichtigen Verbindung zwischen Berlin und dem heutigen Wroclaw (vorher: Breslau). Heute wählen viele Radtouristen die Brückenpfeiler als Rastplatz, an heißen Gubener Sommertagen die Neiße als Badestelle. Beeindruckend ist nicht nur die Länge der Brücke, sondern auch die aufwändige Verarbeitung der stählernen Gerippe. Obwohl längst nicht mehr in Betrieb, ist dieses Monument keinesfalls ein »Lost Place.«

Reiseapotheke und andere Stärkungen

Die vielen Radkilometer an den Neißeufern um Guben sind am besten bei maximaler Vitalität zu bewältigen. Gegen kleine Tiefs wie eine Erkältung nach einer Regenfahrt gehören wenigstens Vitamin C Präparate in den Rucksack. Noch besser lässt sich der Vitaminhaushalt beim Gubener Apfelfest oder auf einem der städtischen Wochenmärkte auffüllen. Was hier in der Kiste landet, stammt von den vielen Obst- und Gemüsebauern der Region. Frischer schmeckt es gewiss nur direkt aus dem Beet.

Prunk vergangener Zeiten im Kloster Neuzelle

Wer nicht nach Guben auf Kilometerjagd ist, sollte unbedingt einmal bei Kloster Neuzelle an den Ufern der Oder Rast machen. Beeindruckend sind nicht nur die barocken Gemäuer, sondern auch das top-gepflegte Außengelände. Zu Fuß und ohne Eile kann allein hier ein ganzer Tag verbracht werden. Regelmäßig bestaunen Schülergruppen oder Familien die Stiftskirche St. Marien, die Evangelische Pfarrkirche zum Heiligen Kreuz sowie den Kreuzgang und das Museum Himmlisches Theater. Stärkung bietet das Orangeriecafé auf dem gleichen Klostergelände.

Radtour zum Grießener Wasserkraftwerk

Um den Energiehunger der Industrie und Haushalte in den 1920er Jahren zu decken, ging zu dieser Zeit das Wasserkraftwerk Grießen in Betrieb. Es konnte bis zu 500 kW Energie erzeugen und so Mangelzeiten über die Stadt hinaus überbrücken. Ab den 1960er Jahren blieb es nur noch als Baudenkmal stehen, bis es 1993 zu neuer Leistung erweckt wurde. Wer sich diese technische Meisterleistung bei einer Radtour anschauen möchte, muss sich rechtzeitig anmelden. Umschauen ohne Lotsen ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Natürlich ist es möglich, sich erst einmal alles von außen anzuschauen, vielleicht mit den Füßen im Wasser.

Hinter der Neißemündung am Pegelhaus Ratzdorf rasten

Etwas seltsam steht das Pegelhaus Ratzdorf auf einem Erdhügel am Ufer der Oder. Es wurde errichtet, um den Pegelstand der Oder zu kontrollieren. Damit soll eine Frühwarnung bei drohendem Hochwasser möglich sein. Zu normalen Zeiten kommen Radfahrer und Wanderer gerne auf ein Picknick oder einen Sprung ins kühle Nass vorbei. Standort ist die Mündung der Neiße, wo sie in die Oder fließt.

Fazit:
Guben ist für Frischluftfanatiker landschaftlich wie geschaffen und architektonisch voller spannender Abwechslung. Auf einer der fünf Radtouren um und durch die Stadt sollten vorsichtshalber Vitaminpräparate mitreisen. In der Stadt selbst und Highlights der Umgebung sind zahlreiche opulente Beispiele deutscher Ingenieurs- und Baukunst zu bewundern.

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