Die Stadt Guben erhielt heute eine weitere Förderung aus Landesmitteln im Rahmen der Strukturentwicklung Lausitz für einen Bebauungsplan (B-Plan) zur Westerweiterung des Industriegebietes Süd. Der Lausitz-Beauftrage des Ministerpräsidenten, Klaus Freytag, überreichte Bürgermeister Fred Mahro den Fördermittelcheck über fast 300.000 Euro. Damit beteiligt sich das Land Brandenburg mit der Hälfte an den Gesamtkosten in Höhe von 595.000 Euro.

Das derzeit noch landwirtschaftlich genutzt Areal von rund 18 Hektar soll auf Basis des schon vorhandenen Flächennutzungsplans zu einem attraktiven Industriegebiet entwickelt werden. Der B-Plan bildet die Grundlage und den Startschuss dafür. In die verkehrs- und versorgungstechnische Erschließung des Industriegebiets Süd sollen einmal rund 18 Millionen Euro fließen. Damit schafft Guben Platz und Voraussetzungen für weitere Ansiedlungen von Unternehmen. Guben ist bereits ein wichtiger Anker der Strukturentwicklung Lausitz. Mit den vereinbarten Ansiedlungen von internationalen Unternehmen wie Rock Tech Lithium und Bifi-Produzent Jack Link’s steigt die Nachfrage am Standort.

Freytag dazu: „Guben setzt seine Strategie der konsequenten Flächenentwicklung nach dem letzten Förderbescheid fort. Damals ging es um die Gewerbefläche Deulowitz. Wieder einmal zeigt sich, dass die Landesverwaltung mit der Unterstützung von B-Plänen einen „Nerv“ in der Region getroffen hat. Es freut mich, dass auch hier ein Gleisanschluss berücksichtigt wurde. Diese wichtige Anschlussvoraussetzung ist ein Garant dafür, dass auch Unternehmen, die klimaneutral sind, angesprochen werden. Die Erweiterung bietet aber auch Bestandsunternehmen die Möglichkeit der Expansion.“
Im August hatte die Chefin der Staatskanzlei, Ministerin Kathrin Schneider, an Bürgermeister Mahro einen Förderscheck über 150.000 Euro zur hälftigen Finanzierung der Planungskosten für die Erweiterung des Gewerbegebiets Deulowitz übergeben.

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Foto: Fördermittelübergabe in Guben. Oliver Bathe (Bereichsleiter Strategie/ Werkstattprozess WRL), Lausitz-Beauftragter Klaus Freytag und Bürgermeister Fred Mahro. (v.l.n.r.)
© Stadt Guben, Krzysztof Zdobylak

Das chinesische Unternehmen plant in Guben den Bau einer Batterie-Recycling-Anlage sowie eines Ausbildungs- und Trainingszentrums für Batterie-Recycling-Fachkräfte. Außer dem üblichen Recycling-Betrieb sollen am Standort Guben junge Fachkräfte in dem speziellen Beruf ausgebildet werden. Der Standort Guben ist europaweit der erste Standort des Unternehmens. Am 16. November 2022 fand die Arbeitsberatung statt, in der der CEO des Unternehmens, Dr. Xiao LIN, das Ansiedlungsvorhaben ausführlich präsentierte. Anschließend unterzeichneten Bürgermeister Fred Mahro und Xiao LIN offiziell den Letter of Intent für den Grundstückserwerb im Industriegebiet Guben-Süd.

Das geplante Investitionsvolumen am Standort Guben beträgt bis zu 100 Millionen Euro. Im laufenden Betrieb werden rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort beschäftigt sein. Zusätzlich können bis zu 30 Ausbildungsplätze zeitgleich angeboten werden. Mit dem beabsichtigten Erwerb von zwei Grundstücken im Gubener Industriegebiet schafft Botree Cycling die Grundlage für den geplanten Anlagenbau. Insgesamt beträgt die Fläche 3,8 Hektar und bietet ausreichend Kapazitäten für die Errichtung der Anlage. Die Batterie-Recycling-Anlage soll planmäßig 2025 in Betrieb gehen. Darüber hinaus ist das Unternehmen offen für eine Expansion am Standort Guben.

Dr. Xiao LIN, CEO von Botree Cycling (Ltd.), erläutert: „Die Gründung und Entwicklung von Botree Cycling hat stark vom internationalen Markt profitiert. Wir werden unsere Erfahrungen von Recyclingprojekten für Lithiumbatterien in Europa und Nordamerika einbringen und dabei die Zusammenarbeit in Deutschland und speziell in Guben stärken. Wir werden die Lokalisierung und Nachhaltigkeit fürs Recycling der Lithiumbatterie fördern und bei der Gestaltung der EV-Industrie und Wertschöpfungskette unser Beitrag leisten.“

Cheng Wang, Business Development Manager, ergänzt: „Wir haben mit der Unterstützung der Wirtschaftsförderung Brandenburg GmbH (WFBB) und Germany Trade and Invest mbH (GTAI) in den letzten Monaten sehr intensiv nach einem möglichen Standort gesucht. Dabei wurden mehrere Standorte umfangreich geprüft und besichtigt. Schon die ersten Gespräche mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Guben sowie mit Bürgermeister Fred Mahro haben unsere Überzeugung gestärkt, dass das Industriegebiet Guben-Süd für unser Ansiedlungsvorhaben der ideale Standort ist. Deshalb freuen wir uns sehr, dass es uns gelungen ist, in so kurzer Zeit eine Absichtserklärung zu unterzeichnen.“

Auch Bürgermeister Fred Mahro freut sich auf die kommende Investition – „Ich bin sehr froh, dass Botree Cycling unseren Standort für ihre europaweit erste Ansiedlung gewählt hat. Es bestätigt wiederum deutlich, dass wir die richtigen Weichen gestellt haben und dass unser Industriestandort für große Investitionen attraktiv ist. Wir müssen alles dafür tun, um diese Aufbruchsstimmung für unsere Stadt und die Region vorteilhaft zu nutzen.“ Mit der Entscheidung für den Standort Guben knüpft Botree Cycling an das deutsch-kanadische Cleantech-Unternehmen Rock Tech Lithium an. Rock Tech wird 2025 europaweit den ersten Lithiumhydroxid-Konverter im Gubener Industriegebiet in Betrieb nehmen. Somit hat die Stadt Guben wieder bewiesen, dass sie mit ihrer langen Industrietradition und der vorhandenen Infrastruktur beste Voraussetzungen dafür bietet, ein zentraler Baustein der Batteriewertschöpfungskette und damit Teil des brandenburgischen E-Mobilitätsclusters zu werden.

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Foto: Bürgermeister Fred Mahro unterzeichnet gemeinsam mit Dr. Xiao LIN, CEO Botree Cycling Sci & Tech Co., Ltd. die Absichtserklärung (Letter of Intent).

Am Donnerstag, 28. April 2022, traf sich die im Industriegebiet ansässige Unternehmerschaft anlässlich der jährlich stattfindenden Standortkonferenz beim Gastgeber Grupa Azoty – ATT Polymers.

Fred Mahro Bürgermeister der Stadt Guben lud die Unternehmen ein, um über das aktuelle Wirtschaftsgeschehen in der Stadt sowie der aktuellen Entwicklungen im Industriegebiet zu berichten. Insbesondere die Flächenerweiterungen im Süden und im Westen wurden diskutiert. „Durch die hohe Nachfrage von Investoren und Bestandsunternehmen an voll erschlossene Industrieflächen ist eine Erweiterung am Standort essenziell.“, führte Bürgermeister Fred Mahro aus. Weiter hieß es: „Für die Unternehmen am Standort, aber auch für die im Stadtgebiet wird u.a. mit Fördermitteln des Landes in die Infrastruktur investiert.“.

Als Gastredner wurde der neue Investor am Standort vorgestellt. Der Geschäftsführer der Rock Tech Guben GmbH, Peter Lambooy, sowie der Logistiker Jannik Schmitz gaben den Teilnehmenden einen Einblick in die Arbeit des Unternehmens. „Momentan wird das Gelände durch die Stadt Guben vorbereitet, sodass es noch in diesem Jahr übergeben werden kann. Des Weiteren befassen sich zahlreiche Mitarbeiter und Subunternehmen mit der Planung der Produktion.“, so der Geschäftsführer. Jannik Schmitz gab zudem einen umfassenden Einblick in die Logistik des Unternehmens. Nach dem Präsentationsteil kamen die Teilnehmenden zu bilateralen Gesprächen zusammen. Die Stadt Guben bedankt sich bei den Teilnehmenden für die rege Diskussion sowie beim Gastgeber Grupa Azoty – ATT Polymers.

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Fotograf: Krzysztof Zdobylak

Geschäftsführer der Rock Tech Guben GmbH, Peter Lambooy, informierte über die Arbeit des Unternehmens

Die Kommission der Eurostadt Guben-Gubin kam am 7. Februar 2022 zur 23. Sitzung in der Alten Färberei in Guben zusammen. Im Fokus des grenzübergreifenden Gremiums standen zwei große Themenfelder, die Bildungssituation in Kindergärten und Schulen auf beiden Seiten der Neiße sowie die Präsentation der Ergebnisse des KPF-Projektes: „Grenzübergreifendes Kooperationszentrum für Wirtschaft und Innovation in der Eurostadt Guben-Gubin – Konzepterstellungsphase“.

Lukas Opitz vom „kollektiv stadtsucht“ präsentierte das KPF-Projekt in dessen Mittelpunkt ein Nutzungskonzept für das seit über 25 Jahren leerstehende Gebäude D steht.
Die unmittelbare Nähe zur Neiße und die zentrumsnahe Lage bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten. Ein Ziel ist es, die Entwicklung der beiden Städte als Ganzes zu begreifen und noch mehr als eine Einheit Guben-Gubin zu agieren. Für das Gebäude D könnte dies bedeuten als grenzübergreifendes Kooperationszentrum in neuem Glanz zu erstrahlen. Das Bauwerk der ehemaligen Tuchfabrik (VEB Gubener Wolle), das letzte monumentale Industriegebäude, bietet eine besondere Ästhetik und ist in seiner Kompaktheit nicht zu übersehen. Alle 6 Stockwerke sind durch eine Skelettbauweise gleich angeordnet und gekrönt von einer beeindruckenden Dachterrasse, welche einen Rundumblick über die gesamte Doppelstadt ermöglicht. Die Bauweise schafft flexible Nutzungsmöglichkeiten, die nach dem Leitbild „Vielfalt, Dialog und Innovation“ in Verbindung mit einer Bürgerumfrage erarbeitet wurden. Büro-, Vereins- oder Kurzzeitwohnräume, welche besonders in der Kombination voneinander partizipieren und so neue Begegnungen schaffen. Angepasst an den Wasser- und Radtourismus entlang der Neiße kommt auch die Nutzung eines Gastronomiebetriebes oder speziell eine Bar auf der Dachterrasse als Nutzungsvariante infrage. Im Rahmen der grenzübergreifenden Kooperation kam es bereits zu zwei konkreten Anfragen für das ehem. Industriegebäude. Aufgrund dieser Anfragen und im Hinblick auf die künftige vielfältige Nutzung dieses Objektes hat die Stadt Guben einen Projektsteckbrief bei der Wirtschaftsregion Lausitz eingereicht, um für die Umsetzung Mittel aus dem Strukturwandel zu akquirieren.

Als zweiten Tagesordnungspunkt präsentierte Midzio-Kaczmarek, Leiterin der Abteilung für Innere Organisation und Bürgerangelegenheiten der Stadt Gubin, die polnische Bildungssituation in Kindergärten und Schulen. In Gubin besuchen 56 Kinder bis zum 3. Lebensjahr die Kinderkrippe, die Kapazitäten sind begrenzt, es gibt meist mehr Anträge als freie Kapazitäten. Die Finanzierung der Kinderkrippen erfolgt durch den städtischen Haushalt (61 %), dem Land (12 %) sowie Elternbeiträgen (27 %). Eine neue Gesetzgebung soll die Elternbeiträge aufheben, diese ist jedoch noch nicht endgültig beschlossen. Die Finanzierung der Kindergärten erfolgt durch den städtischen Haushalt (90 %), dem Land (7 %) sowie Elternbeiträgen (3 %). Die Stadt Gubin ist Träger von 4 Grundschulen und einer weiterführenden Oberschule (Gymnasium), was in Polen ein Sonderfall ist. Die zwei weiteren Oberschulen in Gubin trägt der Landkreis.

Verbesserungspotenzial sieht Midzio-Kaczmarek im Sprachunterricht, aufgrund der fehlenden Lehrkräfte kann nicht in allen Einrichtungen konsequent Deutsch unterrichtet werden. Das Ansehen und die Bezahlung einer polnischen Lehrkraft sind nicht besonders lukrativ. Im Gubiner Gymnasium lernen 87 % der Schülerinnen und Schüler Deutsch, in der Kinderkrippe nur noch 8 %.
Demografisch betrachtet hat die Stadt Gubin eine sinkende Geburtenrate zu beklagen, 2015 waren es noch 159 Kinder, so sind es 2021 nur noch 95 Kinder, ähnlich der deutschen Geburtenzahlen.Trotzdem ist die Auslastung der Kindergärten überschritten, sodass bereits Kindergartenkinder in den Grundschulen betreut werden müssen. Eine weitere Kita könnte die Situation deutlich entlasten.
Anschließend präsentiere Nadine Städter, Fachbereichsleiterin für Schulen/Jugend/Sport/Soziales der Stadtverwaltung Guben, den Aufbau der Kindertagesstätten und Schulen. In Guben gibt es 8 Kindertagesstätten und 3 Horte. Unterschiedlich zu der Gubiner Seite befinden sich alle 11 Einrichtungen in freier Trägerschaft. Ein ergänzendes Angebot bieten zwei Kindertagespflegestellen sowie 3 Eltern-Kind-Gruppen. Mit Stand vom Dezember 2021 sind insgesamt 559 Kinder und davon 83 mit polnischer Herkunft, dessen Wohnsitz sich in Guben befindet, untergebracht. Die Auslastung liegt bei ca. 87 %, bis Schuljahresbeginn ist die Tendenz kontinuierlich steigend. (vgl. 01.06.2021: ca. 95%) Kinder deren Wohnsitz in Gubin liegt können nicht in den Gubener Kitas betreut werden, da es keine Kostenübernahmereglungen zwischen Deutschland und Polen gibt. Im Blick auf die grenzübergreifende Zusammenarbeit stehen viele Kitas mit polnischen Partner-Kitas im Austausch, aufgrund der Corona-Pandemie ist deren Zusammenarbeit jedoch eingeschränkt bzw. kaum möglich.
Im Bereich der Schulbildung können Gubiner Schüler und Schülerinnen lt. BgbSchulG als Gastschüler die Gubener Schulen besuchen. Die Kostenübernahme erfolgt im Rahmen des Gesetzes über den Allgemeinen Finanzausgleich mit Gemeinden in Brandenburg (BbgFAG, § 14 Schullastenausgleich). In der Friedensschule-Grundschule lernen in diesem Schuljahr 13 und in der Europaschule „Marie & Pierre Curie“ 6 Schülerinnen und Schüler mit Wohnsitz in Polen. Auch das Gubener Pestalozzi-Gymnasium, welches sich in Trägerschaft des Landkreises Spree-Neiße befindet, hat seine Daseinsberechtigung durch die polnischen Schülerinnen und Schüler. Die Unterbringung der polnischen Gastschüler des Pestalozzi-Gymnasium ist im Gubiner Internat und wird durch den Landkreis Spree-Neiße finanziert.

In der abschließenden Gesprächsrunde konnte die letzten Fragen zwischen den anwesenden deutschen und polnischen Kommissionmitgliedern geklärt werden.
Ferner beschlossen die Mitglieder die weiteren Sitzungstermine, so wird die gemeinsame Kommission der Eurostadt Guben-Gubin am 16. Mai in Gubin, 26. September in Guben und am 5. Dezember wieder in Gubin tagen.

Hintergrund:
Dem Gremium gehören an, die Bürgermeister der Doppelstadt Guben-Gubin, Bartłomiej Bartczak und Fred Mahro sowie jeweils zehn Stadtverordnete aus jeder der beiden Grenzstädte. Grundlage der Kommissionsbildung war eine gemeinsame Erklärung beider Stadtverordnetenversammlungen zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit, die Anfang Mai 2015 unterschrieben wurde. Darin verpflichteten sich beide Städte, die deutsch-polnische Zusammenarbeit weiter zu intensivieren. Die konstituierende Sitzung erfolgte am 21. September 2015 im Gubener Rathaus. „Grundsätzlich haben unsere Einzelabstimmungen empfehlenden Charakter und müssen in den Stadtparlamenten jeweils noch einmal formal beschlossen werden“, erklären der polnische Kommissionsvorsitzende Krzysztof Zdobylak und der deutsche Kommissionsvorsitzende Thomas Laugks.

Die gemeinsame Kommissionssitzung findet im Rahmen des Projekts „Zwei Rathäuser – eine Eurostadt. 2. Etappe“ statt. Das Projekt wird aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG V A Brandenburg-Polen 2014-2020 mitfinanziert

Das deutsch-kanadische Cleantech-Unternehmen Rock Tech Lithium Inc. plant im Brandenburgischen Guben den Bau des ersten europäischen Lithiumkonverters – einer Produktionsanlage für batteriefähiges Lithiumhydroxid. Die Region bietet mit ihrer langen Industrietradition und der vorhandenen Infrastruktur beste Voraussetzungen, ein zentraler Baustein der Batteriewertschöpfungskette und damit Teil des brandenburgischen E-Mobilitätsclusters zu werden. Das geplante Investitionsvolumen am Standort in Guben beträgt 470 Millionen Euro. Im laufenden Betrieb werden rund 160 Techniker*innen, Ingenieur*innen und in der Produktion tätige Mitarbeiter*innen vor Ort beschäftigt sein. Gemeinsam werden sie pro Jahr rund 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid produzieren. Dies entspricht dem benötigten Volumen, um rund 500.000 Elektroautos mit Lithium-Ionen-Batterien auszustatten.

Mit dem Erwerb von zwei Flächen im Industriegebiet Guben Süd schafft Rock Tech Lithium jetzt die Grundlage für den geplanten Konverterbau. Das insgesamt rund zwölf Hektar große Grundstück bietet umfassend Raum für die Errichtung der Anlage. Die ohnehin gute Verkehrsanbindung wird durch einen möglichen Bahnanschluss weiter optimiert. Rock Tech Lithium wird für den Planungs- und Genehmigungsprozess einen engen Austausch mit Behörden, Experten und lokalen Anspruchsgruppen suchen. Der Konverter soll 2024 den Betrieb aufnehmen. Für die Produktion sollen lokal bezogene erneuerbare Energien verwendet werden.

Dirk Harbecke, Chief Executive Officer von Rock Tech Lithium, erläutert: „Wir werden der Lithium Partner der Automobilindustrie und bauen in Europa eine eigene, bisher nichtexistierende Infrastruktur für batteriefähiges Lithiumhydroxid auf. Unser Ziel ist, als erstes Unternehmen weltweit, einen geschlossenen Kreislauf für Lithium zu schaffen. Guben ist für uns der ideale Standort dafür.“ Bis 2030 plant das Cleantech-Unternehmen rund 50 Prozent der eingesetzten Rohstoffe aus dem Recycling von Altbatterien zu gewinnen. Die EU-Kommission schätzt, dass der europäische Lithiumbedarf allein für E-Auto-Batterien bis 2030 um das 18-fache und bis 2050 sogar um das 60-fache steigen wird. Eine nachhaltige und resiliente Rohstoffversorgung wird damit zum strategisch entscheidenden Faktor für die Automobilindustrie.

„Mit Rock Tech Lithium stärken wir unsere Position als zukünftiges Zentrum der europäischen E-Mobilität. In Brandenburg ist künftig die komplette Wertschöpfungskette zu Hause. Von der Rohstoffaufbereitung über die Batterie- und Zellfertigung bis zum E-Autobau wie auch dem Batterierecycling. Damit belegen wir noch einmal deutlich unseren eigenen Anspruch als Innovationsland Brandenburg. Es freut mich umso mehr, dass Rock Tech Lithium mit Guben einen Industriestandort in der Energieregion Lausitz gewählt hat. Dies ist für die Menschen der Region ein wichtiges Zeichen. Der Strukturprozess Lausitz hat begonnen und zeigt erste positive Ergebnisse. Die Lausitz ist und bleibt eine wichtige Energieregion in Deutschland“, erklärt Jörg Steinbach, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg.

Der Entscheidung für Guben ist eine europaweite Standortsuche vorausgegangen. Am Ende konnte sich die Stadt Guben aufgrund ihrer hervorragenden Bedingungen durchsetzen. Auch Gubens Bürgermeister Fred Mahro zeigt sich erfreut über die Ansiedelung und erklärt: „Das wir so schnell einen Investor für die erst kürzlich beschlossene Erweiterung unseres Industriegebiets gefunden haben, zeigt das große Potential unserer Europastadt. Die Wirtschaftsförderung von Land, Kreis und Stadt haben optimal zusammengearbeitet und mit Rock Tech Lithium einen starken Partner für Guben und unsere Region gewonnen.“

Harald Altekrüger, Landrat des Kreises Spree-Neiße, ergänzt: „Das sich Rock Tech Lithium für unseren Landkreis entschieden hat, ist ein Beleg unserer guten Arbeit. In den letzten Jahren haben wir Strukturen geschaffen, die innovativen Unternehmen gute Investitionsmöglichkeiten bieten. Wir werden die Ansiedlung und weitere Entwicklung von Rock Tech Lithium weiter engagiert begleiten.“

Quelle: Stadt Guben

Bildtext: (v.l.n.r.) Bereichsleiter für Investition & Innovation der Wirtschaftsförderung Brandenburg Peter Effenberger, Bürgermeister der Stadt Guben Fred Mahro, Landrat des Landkreises Spree-Neiße Harald Altekrüger, Chief Executive Officer von Rock Tech Lithium Dirk Harbecke und Wirtschaftsminister Jörg Steinbach bei der symbolischen Übergabe des Lithiumhydroxid-Sample.

Bildrechte: Roger Hentzschel (www.rh-foto.de)