Einwohnerinitiative für den „kleinen Grenzverkehr“ zwischen Albertinenaue und Markosice (früher Markersdorf)

Einwohnerinitiative für den „kleinen Grenzverkehr“ zwischen Albertinenaue und Markosice (früher Markersdorf)

Angeregt durch „Rumstöbern in der Umgebung“ vor dem Besuch eines erlebnisreichen Cembalokonzertes in der Dorfkirche Grießen am 24. Mai 2014 sowie durch „aktuelle politische Ereignisse“, haben wir Niederlausitzer Wandergurken uns entschlossen, diese Wanderung kurzfristig nach der Hitzeperiode an Pfingsten zu organisieren. Damit schließen wir eine weitere Lücke in unserem Wanderangebot entlang der Lausitzer Neiße zwischen Podrosche/Przewóz (früher Priebus) südlich von Bad Muskau und Ratzdorf an der Neißemündung in die Oder.

Zu dieser erlebnisreichen Tour laden wir alle interessierten Wanderfreunde aus Nah und Fern für Sonntag, den 15. Juni 2014, ganz herzlich ein.

Für diesem Tag planen wir eine Wanderung in der Neißeaue zwischen Grießen, Albertinenaue und Taubendorf südlich von Guben/Gubin. Von besonderem Interesse werden dabei für uns die Lausitzer Neiße selbst sein wie auch das Neiße-Wasserkraftwerk in Grießen, das frühere Vorwerk Albertinenaue, Taubendorf am Rande der Hornoer Platte, der Verlauf des Eilenz-Fließes, die Dorfkirche in Grießen, die Dichtwand (Schlitzwand) am Rande der Neißeaue zum Schutz derselben vor den Folgen der Grundwasserabsenkung für den Tagebau Jänschwalde und der Vattenfall- Aussichtspunkt am Rande des Tagebaus Jänschwalde in Grießen.

Über das Grießener Wasserkraftwerk an der Lausitzer Neiße lesen wir auf der Website des Tourismusverbandes Niederlausitz e.V.: „Am Oder-Neiße-Radweg, im kleinen Ort Grießen, steht ein Technisches Denkmal besonderer Art. Das in den 20er Jahren gebaute, 1967 stillgelegte Wasserkraftwerk funktioniert seit 1993 wieder. Wer die Mühe nicht scheut, die schmalen Stufen der Wendeltreppe im Kraftwerksturm zu erklimmen, wird auf dem Aussichtsturm belohnt mit einem herrlichen Blick über die Neißeaue bis zum deutsch-polnischen Grenzfluß.“ Leider ist eine Besichtigung dieses Technischen Denkmals nur eingeschränkt an den Werktagen Montag bis Freitag auf Anfrage und nach Vereinbarung möglich.

Am Westrand der Neißeaue führte bis vor wenigen Jahren die Bahnstrecke Forst-Guben entlang. Nur noch wenig erinnert in unserem Wandergebiet entlang der früheren Bahntrasse an die einst wichtige Verkehrsader in Nähe der Neiße: in Grießen ein Bahnhofsgebäude bei Kilometer 14,3 der Strecke, dass zu einem schönen Wohnhaus mit Anwesen umfunktioniert wurde; südlich von Grießen am Oder-Neiße-Radweg eine alternde „Bahnsteigkante“ bei km 11,7, die zum einstigen Haltepunkt des abgebaggerten Dorfes Horno gehörte, was nur Insider wissen können, weil dazu wohl das Geld für eine Info-Tafel fehlt; in Taubendorf ein Gleisjoch mit Betonschwellen am neu angelegten Feuerlöschteich mit Rastplatz in Sichtweite zu der Stelle, an der sich jenseits der Straße bei km 18,2 einst der Haltepunkt Taubendorf befand (jedoch auch ohne Info-Tafel) sowie Gleisreste zwischen dem Hp. Taubendorf und dem Bhf. Grießen, vom Weg entlang der neuen Dichtwand noch gut sichtbar; in Groß Gastrose ebenfalls ein zu einem Wohnhaus umgebautes Bahnhofsgebäude bei km 20,57, das vor nicht allzu langer Zeit im rbb-Fernsehen vorgestellt wurde („Hausbesuch“ am 1. Dezember 2012).

Über die Geschichte des einstigen Vorwerkes Albertinenaue fanden wir in der Lausitzer Rundschau (Lokalausgabe Guben) vom 29. Mai 2004 einen inzwischen über 10 Jahre alten, aber immer noch hoch interessanten Beitrag von Heimatforscher Hans-Joachim Bergmann, den wir unseren Wandergästen nicht vorenthalten werden. Eine eiserne Treppe an der halbzerstörten Neißebrücke nach Markosice (früher Markersdorf) erinnert an die wechselvolle Geschichte der Lausitzer Neiße und besonders daran, dass diese bis vor fast 70 Jahren kein Grenzfluss war…

Taubendorf, geologisch auf der so genannten Taubendorfer Rinne liegend, zwischen der saale-eiszeitlichen Hornoer Platte und den Taubendorfer Eichbergen als Relikt der weichselkaltzeitlichen Eisrandlage (Maximalausdehnung) liegend, mit mächtiger Weißtanne am Ortsausgang in Richtung Kerkwitz und „Storchenleben“ auf dem Feuerwehrturm sowie großer inhaltsreicher Vorstellung der Geschichte des Dorfes auf einer Info-Tafel vor dem Festplatz am Fuße des Schäfer-Berges, soll nach den Vorstellungen und aktuellen Beschlüssen der Brandenburger Landesregierung einmal Enklave in einer tristen Bergbaulandschaft werden. Auch die sinnvolle Altdöbernsche Mahnglocke, die täglich um 17.55 Uhr für 5 Minuten bis zum so genannten früheren Arbeitsschluss um 18.00 Uhr läutet, wird das wohl nicht abwenden können. Betroffene Menschen der Gemeinde Schenkendöbern hatten am Tag der Einweihung dieser Glocke, dem 9. Juni 2013, an den damaligen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck einen mahnenden Brief geschrieben, dessen Inhalt wir beim Besuch der Glocke vortragen werden, ohne dabei das „Briefgeheimnis“ zu verletzen, da dieser Brief öffentlich war.

Ein interessanter Wegweiser im Garten eines Kreis-Wanderwegewartes wird uns zeigen, in welche Richtungen und wohin man von dem sauberen und schön gelegenen Ort zur Zeit noch wandern kann.

Von einem der beiden Aussichtspunkt des Energiekonzerns Vattenfall bei Grießen werden wir sehen und erleben, was auf die betroffenen Menschen der Region zu kommt, wird der Tagebau Jänschwalde Nord in absehbarer Zeit Realität. Ein altes Ortsausgangsschild erinnert daran, wohin die Straße von Grießen aus bis vor wenigen Jahren hin führte…

Ohne Abstecher auf die Taubendorfer Eichberge, während der Zeit der DDR mit Gefechtsstand und Munitionsbunker einer Jagdfliegereinheit der NVA auf dem nahen Flugplatz Drewitz/Jänschwalde-Ost, wird diese Tour je nach dem gewählten Rückweg 14 bzw. 15 Kilometer lang sein.

Auch die mittelalterliche Dorfkirche in Grießen (früher auch Grießen Niederlausitz – wie am früheren Bahnhofsgebäude zu lesen ist) ist Erinnerung und Mahnung zugleich. Ihr Inneres erlebt man als Tagestourist am besten, wenn man, so wie wir, eine Musikveranstaltung in der Kirche besucht, organisiert vom örtlichen Verein „Grünes Grießen“. Im Saal der Kirche hängt ein ganz tolles Bild mit einem 360° Panorama vom Kircheninneren. Leider können wir ein Foto davon hier in dieser Präsentation aus urheberrechtlichen Gründen nicht zeigen, werden es aber bei einem Rundgang um die Kirche zum Zwecke privater Information bestimmt dabei haben.

Nach der Wanderung sind Tanken, Spargel- und Erdbeerkauf für Wandergäste aus jww (janz weit weg) im nahen polnischen Sekowice mit herrlicher achteckiger Fachwerkkirche (früher Schenkendorf) sowie Einkehr im dortigen Bistro an der Tankstelle möglich. Weitere Informationen, besonders zum Beginn und dem Treffpunkt, gibt es auf Anfrage oder bei der Anmeldung bitte bis Freitag, den 13.06.2014 um 20.00 Uhr. Rucksackverpflegung, wettergemäße Bekleidung (auch leichte Kopfbedeckung) und entsprechendes Schuhwerk (feste Laufschuhe genügen, da keine größeren Steigungen). Keine Teilnahmegebühr, da kein Versicherungsschutz! Um einen freiwilligen Obolus in unseren Fontane-Wanderhut bitten wir. Dafür gibt’s auch wieder die beliebte persönliche Urkunde für gut gelauntes und blasenfreies Mitwandern. Mindestteilnahme – 10 Wanderfreunde.

Wandern mit dem Herzen sehen – laufend mehr erleben!

Wir Niederlausitzer Wandergurken freuen uns auf Sie!

Gerd Laeser – Gästeführer Niederlausitz – und Frau Edeltraud

Lübbenau/Spreewald

Tel. 03542-3792

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