IHK Cottbus eröffnet Büro in Moskau

Über das Projekt „Fit ins Ausland“ hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus in den vergangenen Jahren bereits einige Unternehmen aus Südbrandenburg beim erfolgreichen Markteinstieg im Ausland unterstützt. Ein Fokus liegt nun auf Russland. Seit Anfang Februar gibt es in der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) Moskau ein offizielles Büro für die südbrandenburgische Wirtschaft, um Unternehmen beim Aufbau ihrer Geschäfte in Russland und auch in Südbrandenburg individuell zu unterstützen. Die Büroeröffnung ist Teil des Projekts „Russian Desk“, das die IHK Cottbus koordiniert und in dem die Stadt Guben, die Wirtschaftsförderungs- und Projektsteuerungsgesellschaft ASG Spremberg GmbH und die CIT GmbH Wirtschaftsförderung für den Landkreis Spree-Neiße Projektpartner sind.

Gemeinsames Ziel ist die Intensivierung der südbrandenburgisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen, die Beförderung der Export- und Importaktivitäten sowie der Investitionstätigkeiten in Südbrandenburg und Russland. Auch der Aufbau eines Unternehmensnetzwerkes „Geschäfte mit Russland“ steht auf der Agenda. Die Projektpartner unterstützen in der Export- und Ansiedlungsförderung durch Beratung und Begleitung russischer Unternehmen, bei der Durchführung von Unternehmer-reisen, Delegationsempfängen, Seminaren, Workshops und Veranstaltungen sowie der Erarbeitung von russischen PR-Materialien über Südbrandenburg. Die AHK in Moskau fungiert als wichtiger Vermittler in der Geschäftspartnersuche und Dienstleister für die Projektbeteiligten.

IHK-Hauptgeschäftsführer Marcus Tolle: „Tatsache ist, dass deutsche Unternehmen zu den aktivsten Auslandsinvestoren in Russland gehören. Auch das Interesse Südbrandenburger Unternehmen am russischen Markt ist groß. Unsere Umfrage 2019 zeigte, dass 60 Prozent der aktiven Unternehmen ihr Russlandgeschäft weiter ausbauen möchten. 83 Prozent der noch nicht aktiven Unternehmen beobachten den Markt bzw. planen ihren Einstieg. 88 Prozent der befragten Betriebe wünschen sich individuelle Unterstützung bei der Geschäftspartnersuche in Russland von uns. Dem kommen wir mit unserem Angebot nun nach, um konkrete Projekte im beiderseitigen Interesse entstehen zu lassen und zur Umsetzung zu bringen. Interessierte Unternehmen sollten es nutzen!“

Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer: „Der Osten tickt anders, auch in Deutschland. Hier ist das Verständnis von und für Russland größer als im Westen Deutschlands, hier treten Ministerpräsidenten immer wieder für einen schnellen Einstieg in den Ausstieg aus den Sanktionen ein, auch weil der Handel mit Moskau Tradition und Gewicht hat. Wir freuen uns über dieses einzigartige Pilotprojekt. Marina Kalintseva steht fortan als Repräsentantin der Region Südbrandenburg zur Verfügung. Wir sind stolz auf diese im weltweiten Netz von 144 Auslandshandelskammern einzigartige Zusammenarbeit und werden alles tun, um diese zu einem Erfolg zu führen.“

Fred Mahro, Bürgermeister der Stadt Guben: „Die Präsentation von Standortvorteilen der Stadt Guben und der Region für potentielle Investoren und die Unterstützung bei der Anbahnung oder der Erweiterung von Geschäftsbeziehungen wirtschaftlicher Unternehmen stehen bei dieser Maßnahme im Vordergrund. Dabei kann einer Repräsentanz in der Hauptstadt von Russland eine große Bedeutung zukommen. Sie wäre Türöffner und Vermittler zugleich. Es muss uns dabei zum einen gelingen, die Angst vor außereuropäischen Märkten zu nehmen und gleichzeitig russischen Investoren die Vorzüge einer Region im Strukturwandel aufzuzeigen.“

ASG-Spremberg-GmbH-Geschäftsführerin Petra Lehmann: „Seit 2016 arbeitet die ASG Spremberg GmbH bereits mit dem Zentrum für Wirtschaftszusammenarbeit und Entwicklung der russischen Region Kursk zusammen. Über bereits gelebte Kooperationen und Entwicklungspotentiale zwischen Kursk und dem Regionalen Wachstumskern Spremberg, insbesondere mit Potentialen im Industrie-park Schwarze Pumpe, konnte die ASG Spremberg GmbH gezielt internationale Erfahrungspunkte sammeln. Gemeinsam mit der IHK Cottbus und der CIT wurden in Russland weiterführende Kontakte auf dem mittelrussischen Wirtschaftsforum und der jährlich stattfindenden überregionalen Kursker Wirtschaftsmesse geknüpft. Diese Erfahrungen möchten wir nun auf Geschäftspotentiale für ganz Russland heben, um auch die Unternehmen im Spremberger Raum noch zielgerichteter auf die vielfältigen Möglichkeiten auf dem weiter wachsenden russischen Markt anzuregen.“

Rainer Schubert, Geschäftsführer der Centrum für Innovation und Technologie GmbH, der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises Spree-Neiße: „Russland ist ein benachbarter Wirtschafts-raum mit einer für unsere Firmen sehr interessanten wirtschaftlichen Entwicklung. Unser Landkreis pflegt bereits einen langjährigen Austausch mit der Region Kursk. Wir freuen uns, zusammen mit der AHK Moskau, der IHK Cottbus und weiteren Partnern aus der Region unsere Arbeit auf eine neue Qualitätsstufe zu stellen und russlandweit in neuen Regionen für unsere Wirtschaft wirksam zu werden.“

Zahlen und Fakten

Die russische Wirtschaft wächst wieder – wenn auch langsam. 2019 betrug das Wachstum 1,1 Pro-zent. Für 2020 wird ein Wachstum von 1,9 Prozent prognostiziert. Sanktionen und weitere Heraus-forderungen beim Einstieg in den russischen Markt halten deutsche Unternehmen nicht davon ab, in und mit Russland Geschäfte zu machen. Es haben sich zahlreiche große Projekte entwickelt, neue Direktinvestitionen aus dem Ausland werden erwartet. Davon profitieren auch deutsche Unter-nehmen in Russland. Der Nettozufluss deutscher Direktinvestitionen nach Russland betrug 2018 rund 3,2 Milliarden Euro, im 1. Quartal 2019 etwa 1,7 Milliarden Euro. Chancen gibt es besonders in den Bereichen Abfallwirtschaft, Maschinenbau, Energie-wirtschaft, Chemieindustrie, Bergbau und Lebensmittelwirtschaft.

Das Brandenburger Handelsvolumen mit Russland betrug 5,25 Milliarden Euro im Jahr 2018. Davon umfassten die Einfuhren (vornehmlich Gas, Öl, Rohstoffe) 5,02 Milliarden Euro und die Ausfuhren 232 Millionen Euro mit einem Zuwachs von 23 Prozent gegenüber 2017. Brandenburgs Hauptexportgüter nach Russland sind Maschinen und Anlagentechnik, Kraftwagen und Kraftwagenteile, elektrotechnische, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse sowie Gummi- und Kunststoffwaren und Futtermittel.

Bildtext: Die Partner im Südbrandenburger Projekt „Russian Desk“.
Bildrechte: IHK Cottbus
Quelle: Stadt Guben

 

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